Permakulturwiese – Bericht 2019

Im Laufe des Jahres führte Berenike bei verschiedenen Kräuterspaziergängen über die Wiese.

Die Wiese wurde auch von den umliegenden Schulen genutzt:

  • An der Freien Comenius Schule gab es im 1. Quartal des Schuljahres ein Angebot von Eltern, bei dem die Kinder verschiedene Pflanzen auf der Permakulturwiese kennenlernten und verarbeiteten (Apfel, Brennnessel, Holunder, Hasel und Beifuß).
  • Eine Kindergruppe der Erich-Kästner-Schule besuchte die Wiese am 10.9. mit einer Veranstaltung von Sonja Walter rund um das Thema „Apfel“.
  • Außerdem gab es einen Schüler*innenworkshop im Rahmen des Umweltdiploms der Wissenschaftsstadt Darmstadt: Am 28.5. und am 06.6. ging es unter dem Motto „Essbare Wiese“ darum, Kräuter und Holunderblüten mit allen Sinnen kennenzulernen.

Wie 2018 beschlossen, haben wir uns nach der Winterpause regelmäßig einmal im Monat getroffen:

Noch bevor der Frühling richtig angefangen hatte, waren die Wildschweine schon fleißig und hatten ca. ein Drittel der Permakulturwiese „gepflügt“.

Am 9.3. nutzten wir die Gelegenheit, um essbare Wildkräuter einzusäen, solange der Boden offen war und die Nachtfröste die Kaltkeimer unter den Samen zum Keimen anregen konnten.

Am 13.4. haben wir mit viel Kinder-Unterstützung einen Haselstrauch gepflanzt. Mit ihrer Hilfe haben wir auch wieder von den Wildschweinen neu „vorbereitete“ Flächen mit essbaren Wildkräutern eingesät. Für die großen und kleinen Interessierten gab es noch einen Rundgang über die Wiese mit Verkostung der ersten Wildkräuter.

Im Mai gab es dank des feuchten Wetters jede Menge Wildkräuter zu ernten.

Am 18.5. haben wir die bisher gepflanzten Obstbäume beschnitten. Außerdem wurden für die beiden Veranstaltungen im Rahmen des Umweltdiploms einige Bereiche der Wiese mit der Sense gemäht.

Da wir dieses Jahr nicht genügend Leute waren, um die ganze Wiese von Hand zu mähen, haben wir am 15.6. die Maschinenmahd vorbereitet und bisherige Pflanzungen markiert.

Anfang Juli wurde die Wiese mit dem Mulcher gemäht.

Am 20.7. gab es zusammen mit anderen Aktiven der Transition-Town-Initiative ein kleines Sommerfest. Nach einem Info-Rundgang über die Wiese fand der gemütliche Teil wegen des heißen Wetters ohne Feuer, stattdessen unter der Blätterkuppel des Weidendoms statt, mit Buffet und Musik- Jam: Hang, Gitarre und gemeinsames Singen.

Sommerfest im Weidendom der Permakulturwiese

Einer der von uns gepflanzten Zwetschgenbäume trug so reichlich, dass die Äste das Gewicht nicht tragen konnten. Leider merkten wir das zu spät, so dass die Hauptäste herunterbrachen. Nach der üppigen Ernte trafen wir uns am 18.9., um die Äste vor Ende der Vegetationsperiode abzusägen, damit sich die Wunden schließen konnten.
Auch den von uns gepflanzten Apfelbaum an der Jägertorstraße, von dem (vielleicht durch kletternde Kinder) ein Ast abgebrochen war, konnten wir bei dieser Gelegenheit entsprechend versorgen.
Wir konnten auch erst kletternde, dann zunächst weglaufende Kinder ermutigen, dass vorsichtiges Ernten durchaus erwünscht ist.

Im September und Oktober haben wir mehrmals im vorderen Teil der Wiese Brombeeren ausgehackt und dort anschließend essbare Wildkräuter gesät, sowie an einigen anderen, von den Wildschweinen ausgewählten Stellen.

Berenike beim Brombeer-Rückschnitt

Am 19.10. haben wir zwei kleine Mispeln von einer Pflanzentauschbörse eingepflanzt mit mitgebrachter Gartenerde aus eigener Kompostierung. Die Wildschweine waren von der Qualität dieser Komposterde offensichtlich so begeistert, dass sie die Mispeln wieder ausgegraben haben, und wir sie zum wiederholten Mal einpflanzen mussten.

Am 16.11. haben wir zwei kleine Pinien von der Pflanzentauschbörse gepflanzt. Um sie und die nochmals ausgegrabenen Mispeln zu schützen bzw. um die Wildschweine vom Geruch der frischen Pflanzerde abzulenken, haben wir Pfefferminze um die Pflänzchen gelegt. Das hatte bei den Pinien bisher Erfolg. Die Mispeln wurden immer wieder ausgegraben. Eine haben wir schließlich nicht mehr gefunden, bei der anderen treibt vielleicht mit viel Glück im Frühjahr ein Wurzelrest aus.
Ein schief gewachsenes Apfelbäumchen im vorderen Teil der Wiese haben wir hochgebunden, so dass es jetzt gerade wachsen kann.

Am 07.12. haben wir mit Eberhard Triebel Bäume gepflanzt. Er zieht die Bäume selbst, vor allem alte Obstsorten, und half uns beim fachgerechten Einpflanzen.
Mit der Esskastanie konnten wir die Empfehlung von Andreas Telkemeier (Permakultur-Designer in Ausbildung) dieses Jahr umsetzten, nachdem die Herbstpflanzung im vorherigen Jahr wegen der großen Trockenheit größtenteils ausgefallen war. Außerdem pflanzten wir drei Apfelbäumchen (alte Sorten), ein Pfirsichbäumchen, eine Feige, Himbeeren und eine japanische Weinbeere.
Anschließend gab es Kaffee und Tee am Lagerfeuer und, passend zu den neu gepflanzten Apfelbäumchen, selbstgebackenen Apfelkuchen und Streuobstwiesen-Apfelsaft.

Auch dieses Jahr haben Menschen aus dem Stadtteil die Wiese nicht nur zum Spielen und Feiern, Entspannen und Entdecken genutzt, sondern auch zum Ernten, z.B. Johannis-, Stachel- und Himbeeren, Äpfel, Birnen, Quitten, Mirabellen und Zwetschgen.
Die wilde Esskastanie hatte die ersten Früchte, und sogar der aus einem Apfelkern gezogene Baum hatte ohne Veredelung einige sehr leckere Früchte, größer als Holzäpfelchen.
Manche trauten sich erst auf Nachfrage zu ernten, da das einladende Schild stark beschädigt war, so dass wir es ganz entfernt hatten.

Ein neues Infoschild ist bereits in Arbeit und wurde am 8.10. beim offenen Treff der Transition-Town-Initiative Darmstadt besprochen. Zu Beginn der Saison 2020 soll es fertig sein und hoffentlich viele Menschen zum Mitmachen und Ernten einladen.

Die Gruppe besteht derzeit aus etwa 3 – 6 Aktiven.

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